Torial: Die digitale Visitenkarte

Ich gebe zu, dass sich meine journalistischen Veröffentlichungen seit dem Wechsel auf die PR Seite auf einige Autorenbeiträge und Texte beschränken: Dennoch möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz Idee und Konzept von Torial vorstellen – so wie es sich mir erschließt. Torial ist elektronische Visitenkarte, Wandzeitung, Recherchewerkzeug und ein bisschen Social-Media in einem. Diese Kombination macht die Plattform zu einem fürwahr praktischen Werkzeug, wie ich es mir vor zehn Jahren gewünscht hätte, als ich noch als Freier für FTD, dpa und nahezu alle in die Tasten gegriffen habe, die mich dafür bezahlt haben.

In guter Gesellschaft statt auf der Resterampe

Hinter Torial steckt die August Schwingenstein Stiftung, hinter der wiederum vor allem Konrad Schwingenstein, ehemaliger Gesellschafter beim Süddeutsche Verlag und Marcus Jordan stecken. Grundsätzlich fußt die Plattform auf den folgenden Funktions-Pfeilern.

Erstens: Als Journalist und Blogger kann man sich auf Torial einen Steckbrief anlegen. Das geht nicht nur wirklich extrem einfach und intuitiv. Es sieht vor allem sehr professionell aus und spart vom Prinzip sogar eine eigene Homepage. Entgegen der einen oder anderen Resterampe befindet man sich darüber hinaus in ausgesprochen guter Gesellschaft. Die Mehrheit der Journalisten, die sich hier präsentiert, nimmt ihren Job ernst – und nicht sich selbst, ergo hat es entsprechend weit gebracht.

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Zweitens: Die Recherchefunktion. Hier kann man, wenn man gerade Infos zu einem Thema sucht, gezielt Kollegen ansprechen, die das Thema bereits bearbeitet haben. Daraus ergeben sich nicht nur bestenfalls neue Quellen, sondern ebenso ein reger Austausch und neue Aspekte. Wie bei Recherchescout auch geht es eben nicht darum, im Netz nur nach Infos zu suchen, die bereits veröffentlicht wurden.

Drittens: Der Newsletter. Torial versendet regelmäßig einen sehr interessanten Newsletter, der meist ein Thema ausführlich behandelt. Ist zwar alles sehr klein geschrieben und das Layout entspricht so gar nicht der sonstigen Anmutung – aber manchmal kommt es eben nur auf den Inhalt an.

Für wen eignet sich Torial?

Besonders spannend ist das Angebot in meinen Augen für jene Medienleute, die abseits des Tagesgeschäfts längere Geschichten, Features, Interviews und Reportagen machen. Für Freie, die sich mehr denn je behaupten und stets nach neuen Auftraggebern Ausschau halten müssen, halte ich eine Präsenz geradezu für Pflicht. Wichtig ist sicher, dass man sich über das eigene Profil hinaus regelmäßig daran erinnert, dass die Plattform die Qualität der eigenen Arbeit verbessern kann – eben durch die Vernetzung mit professionellen Kollegen; etwa bei der Recherche. Kurzum: Klare Empfehlung für alle Journalisten.

 

Kai Oppel

Kai Oppel

Kai Oppel war lange Journalist und danach ähnlich lange PR-Berater. Ist Mitgründer der Münchner Agentur Scrivo. Liebt den Journalismus und die PR. Gibt sein Wissen aus beiden Welten nicht nur in Büchern weiter, sondern gründete mit dem Recherchescout auch ein Medien-Startup, das den Kontakt zwischen Journalisten und Pressesprechern optimieren und damit für beide Seiten bessere Arbeitsbedingungen schaffen soll.

 

 

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