Journalisten erreichen – nicht Postfächer!

Einige deutsche Medienfrauen haben viele Twitter-Follower. Der Wirtschaftswoche-Chefredakteurin Miriam Meckel beispielsweise folgen mehr als 24.000 Menschen, dem Account der Talkshow von Anne Will mehr als 20.000.

Deutlich mehr Follower hat eine TV-Journalistin aus Österreich. 63.000 Twitter-Nutzer folgen Corinna Milborn, der Info-Chefin des TV-Senders Puls 4, die den Politik-Talk „Pro und Contra“ moderiert. Selbst wenn man die zehn Mal geringere Bevölkerungszahl Österreichs gegenüber Deutschland außer Acht lässt, wird verständlich, warum der PR Verband Austria (PRVA) die prominente Journalistin zum Podiumsgespräch einlädt, wenn das Thema lautet: „Wie erreicht man Journalisten im digitalen Zeitalter?“

Große Ehre für Recherchescout, dass Mitgründer Martin Fiedler ebenfalls als Gesprächspartner in die Diskussionsrunde nach Wien gebeten wurde – neben Marlene Auer, der Chefredakteurin des Kommunikations-Fachmediums Horizont,  Andrea Hansal, der Kommunikationschefin der ING DiBa in Österreich und Peter Aigner, dem Schwergewicht der österreichischen PR-Agentur-Szene.

PRofi Treff zum Thema „Journalisten-Kommunikation 4.0“: Mag. Florian Laszlo (»OBSERVER«-Geschäftsführer), Martin Fiedler (Gründer Recherchescout), Mag. Corinna Milborn (Moderatorin Puls4), Mag. Andrea Hansal (Kommunikation Ing-DIBA), Marlene Auer (Horizont Chefredakteurin) und Peter Aigner (Aigner PR).

PRofi Treff zum Thema „Journalisten-Kommunikation 4.0“: Mag. Florian Laszlo (»OBSERVER«-Geschäftsführer), Martin Fiedler (Gründer Recherchescout), Mag. Corinna Milborn (Moderatorin Puls4), Mag. Andrea Hansal (Kommunikation Ing-DIBA), Marlene Auer (Horizont Chefredakteurin) und Peter Aigner (Aigner PR). © leadersnet.at/Schiffl

Etwas Wienerisch morbide der Einstieg in die Debatte, als Moderator Florian Laszlo, Geschäftsführer des österreichischen Medienbeobachtungs-Marktführers Observer, die Journalistinnen um eine Zustandsbeschreibung der klassischen Kontaktwege bat: Pressemeldung per Massenversand? – Tot.  Pressekonferenz? – Tot. E-Mail – Tot. „Ich bekomme am Tag 300 bis 500 E-Mails – sehr wenige davon lese ich“ sagte Corinna Milborn. „Wer mir eine E-Mail schickt, darf nicht damit rechnen dass er mich erreicht. Er erreicht mein Postfach.“

Und die vielen anderen neuen Kanäle? Twitter zum Beispiel? – „Dienen für mich in erster Linie zur Orientierung“, sagt Corinna Milborn, „aber auch als möglicher Kanal für die Anbahnung einer persönlichen Kommunikation.  Denn je mehr Kommunikationskanäle es gibt, desto wichtiger werden persönliche Kontakte.“ Auch für Horizont-Chefredakteurin Marlene Auer hat der direkte Austausch mit den Lieferanten der Informationen sehr hohen Stellenwert: „Persönliche Gespräche sind nicht ersetzbar, weil man darin wichtige Hintergrundinfos erhält, die eine Presseaussendung nicht bieten kann“.

Recherchescout als Königsweg, persönliche Kontakte zwischen Journalisten und Pressestellen genau dann herzustellen, wenn die Redakteure Bedarf an den Informationen haben, war bei einigen Podiumsteilnehmern und Gästen schon bekannt, bei anderen nicht. Viele Fragen, großes Interesse – herzlichen Dank für die Einladung an den PRVA!

Weitere Berichte zum PRofi-Treff des PRVA findet ihr bei OPINION LEADERS NETWORKOBSERVER und HORIZONT.

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