Ulli Pesch

Ulli Pesch: „die Methoden der Manipulation werden immer perfider“

Ulli Pesch beschäftigt sich als Journalist seit Jahren mit Künstlicher Intelligenz. Deswegen finden wir es umso interessanter, dass er den Folgen dieser Technologie durchaus kritisch gegenüber steht.

3 x Ulli Pesch

Wer ist Ulli Pesch? Bitte stellen Sie sich kurz vor.
Freiberuflicher Journalist und Autor mit Interesse an Themen rund um KI und Quanten-Computing und deren kommerzielle Anwendung.

Was können Sie gut?
Ich kann gut recherchieren und analysieren und finde fast jede Information, die ich benötige.

Auf welche Geschichten sind Sie stolz? Welche Beiträge zeigen Sie besonders gerne?
Als Ideengeber und Chefredakteur des Magazins „teleworx“ freut mich die Verleihung des European Telework Award for Best Media Coverage.

3 x Journalismus

Das Ansehen des Berufstands ist seit Jahren schlecht. Die Arbeitsbedingungen sind es oft auch. Warum sind Sie eigentlich Journalist geworden?
Ich wurde Journalist aus Neugier und weil es eben so kommen musste.

In den letzten Jahren hat sich die Medienlandschaft stark gewandelt. Was hat sich für Sie persönlich verändert?
Bisher hat sich für mich insofern etwas geändert, als dass ich mich durch noch mehr Informationen und Daten durchwühlen muss als zuvor. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich gar nicht so richtig beurteilen. Eines ist allerdings sicher: es kostet mehr Zeit, gut zu recherchieren und gute, fundierte Beiträge zu schreiben. Das wirkt sich dann im Umkehrschluss und im übertragenen Sinn auch auf den sogenannten „Stundensatz“ aus. Ich persönlich finde es allerdings schrecklich, wie der Überfluss an Informationen und Daten ganz allgemein das Wissensniveau eher senkt als steigert. Der Berg an Unsinn und Redundanzen („einfach mal unreflektiert und ungefiltert abschreiben“) erklimmt dabei immer neue Höhen.

#FakeNews, Verlust des Geschäftsmodells von Verlagen. Krisenmeldungen zum Journalismus gibt es genug. Was wird in Zukunft besser? Wo sehen Sie spannende Entwicklungen?

Nichts wird besser werden. Oder, mal anders formuliert: die Methoden der Manipulation werden immer perfider und undurchsichtiger. Das alles wird nicht zuletzt durch den immer stärker ansteigenden Einsatz von KI unterstützt bzw. getrieben.

3 x Praktisch

Was ist Ihr wichtigstes Arbeitsutensil (außer Laptop und Smartphone)?
Das ist mein Desktop-PC und ein großer Monitor, mein Drucker und mein Festnetztelefon. Was brauche ich ein Smartphone, wenn ich im Büro am Arbeitsplatz sitze? Hin und wieder auch mein Diktiergerät mit digitaler Technik.

Welche Tools (außer Recherchescout) nutzen Sie für die Recherche?
Responsesource, Hulbee als Suchmaschine und zur Vorsortierung aller Informationen eine Mindmapping-Software, die mir seit vielen Jahren sehr gute Dienste leistet.

Medientipps: Welche Zeitungen und Zeitschriften lesen Sie? Welche Blogs halten Sie für besonders interessant? Welchen Personen folgen Sie auf Twitter?

Zeitungen und Zeitschriften lese ich nur höchst sporadisch und eher zufällig. Die Menge an Informationen, die ich mir täglich einverleibe reicht, um so nebenbei noch die wichtigsten bzw. interessantesten Nachrichten aus dem Netz zu fischen bzw. irgendwelche für mich interessanten Informationen aus dem TV zu erhalten. Abgesehen davon habe ich so unendlich viel „Praktisches“ zu tun, dass ich einfach keine Zeit und keine Muße dazu habe. Über einen Feedreader sammle ich nebenbei Informationen. Aber alleine für deren Vorsortierung habe ich manchmal nicht die Zeit, auch wenn das ein gutes Werkzeug wäre/ist. Blogs interessieren mich nicht bzw. nur am Rande. Ich halte das eher für Zeitverschwendung. Und Twitter folge ich überhaupt nicht, weil das für mich eher ein Werkzeug zur Selbstdarstellung und zum Palawern ist. Es gibt keine einzige Information, an die ich nicht rankommen würde, die irgendwie auf Twitter gepostet wird. Für mich ist das reine Zeitvergeudung.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Ulli Pesch!

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