Auch schlechte Presse ist gute Presse: Warum Journalisten bereits im Frühjahr richtig orakelt haben

Weil Journalisten um die Wirkungsweise der Berichterstattung wissen, haben Sie bereits im Frühjahr ein Gros der diesjährigen medialen Agenda richtig vorhergesagt.

Zwei Prognosen des Media Delphi, der jährlichen Journalisten-Befragung von Recherchescout, die sich bewahrheitet haben: Die rechtspopulistischen Parolen der AfD und die der patriotischen Europäer schallen durch die Medienlandschaft und sorgten und sorgen für jede Menge Schlagzeilen. Auch das NDR-Medienmagazin ZAPP hat bei seiner Sendung am 7. Dezember das Thema umfangreich beleuchtet. „2016 war das Jahr der Populisten. (…) ZAPP blickt deshalb zurück auf ein Jahr, in dem wir uns häufig beschäftigt haben mit der Rhetorik und den medialen Strategien der Rechtspopulisten von Donald Trump über Norbert Hofer bis hin zu verschiedenen AfD-Politikern wie Alexander Gauland oder Frauke Petry“, heißt es im Teasertext zur entsprechenden Sendung.

Auch sonst bewiesen Journalisten ein gutes Gespür: Nachdem in den USA sämtliche Wahlprognosen daneben lagen, ein Lob für die deutschen Journalisten: In der Medienberichterstattung sahen sie im Media Delphi 2016 Donald Trump (Platz 4) schon im Februar vor seiner Widersacherin Hillary Clinton (Platz 5). Eine Vorhersage für den Wahlausgang? Die deutsche Presse hat wohl einige Hellseher in ihren Reihen.

Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton mit Moderator Chris Matthews während der finalen Debatte in Las Vegas am 19. Oktober. CREDIT: Sam Morris/Las Vegas News Bureau

Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton mit Moderator Chris Matthews während der finalen Debatte in Las Vegas am 19. Oktober. CREDIT: Sam Morris/Las Vegas News Bureau

Auch ein wichtiges Thema, sowohl im Ranking, als auch in der tatsächlichen Berichterstattung: „Der diesjährigen Entwicklung der EU sagten die Journalisten mehrheitlich viele Schlagzeilen voraus. Aber dass die Gemeinschaft vor einer derartigen Zerreißprobe stehen würde, hatten sie nicht kommen sehen. Dass Personen wie Boris Johnson, Theresa May und Norbert Hofer eine derartige Rolle auf der politischen Bühne und damit auf der medialen Agenda spielen werden, hätten sie nicht gedacht“, sagt Martin Fiedler, Geschäftsführer der Recherche-Scout GmbH. Selbst der Begriff Brexit klang bis dato für die Mehrheit der Journalisten nach einem utopischen Neologismus.

Alle Prognosen des Media Delphi 2016 gibt es hier zum Nachlesen:  Media Delphi 2016

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