5 Tipps für Ihren Interviewerfolg

Recherchescout liefert Journalisten nicht nur relevante Informationen, sondern auch wertvolle Expertenkontakte für Interviews. Grund genug, sich diese wichtige Disziplin des kleinen Einmaleins des journalistischen Handwerks einmal näher anzusehen: Wir haben fünf praktische und praxisnahe Tipps zusammengestellt, mit denen Berufseinsteigern leichter bessere Interviews führen und die für erfahrene Redakteure eine perfekte Gelegenheit sind, sich wichtige Grundtugenden erneut ins Gedächtnis zu rufen.

Hands of woman with pen and notepad, holding smartphone with cof

1. Verbessern Sie die Interviewatmosphäre durch ein Vorgespräch

Gerade bei längeren Interviews hilft ein Vorgespräch, um die Gesprächsbereitschaft des Interviewten zu entwickeln und für eine möglichst entspannte Atmosphäre während des eigentlichen Interviews zu sorgen. Denn: Je besser die emotionale Beziehung zum Interviewpartner ist, desto entspannter ist Gesprächsatmosphäre und desto eher wird der Interviewer sein Gesprächsziel erreichen. Ein Vorgespräch von Angesicht zu Angesicht ist sicherlich nur in den seltensten Fällen möglich, doch sollten Sie ein Telefonat einer Email immer vorziehen, da es eine deutlich persönlichere Kommunikation zulässt.

2. Seien Sie organisiert, aber kein Sklave Ihres Fragekatalogs

Natürlich ist es wichtig, sich im Vorfeld des Interviews einen roten Faden zurechtzulegen und gut organisiert in das Gespräch zu starten. Doch sollte man sich nie zum Sklaven des eigenen Fragekatalogs machen. Erfolgreiche Interviewer kleben weder an vorformulierten Fragen, noch folgen sie jedem Gedankensprung des Interviewpartners. Es lohnt sich, im Vorfeld zu überlegen, welche Antworten der Befragte auf die Kernfragen geben könnte und wie sich das Gespräch dann zielorientiert weiterführen lässt. Dabei sollten Sie immer das übergeordnete Informationsziel des Interviews im Blick behalten.

3. Hören Sie aktiv zu und unterbrechen Sie geschickt

Blickkontakte, Körperhaltung, ein kurzes Nicken – es sind nonverbale Signale wie diese, mit denen Sie Ihrem Gesprächspartner signalisieren, dass Sie ihn verstehen. Dieses gezeigte Verständnis ist Teil des aktiven Zuhörens, der wohl wichtigsten Technik, um ein Gespräch wirklich zu steuern. Zum aktiven Zuhören gehört, die zentralen Aussagen des Gesprächspartners zwischendurch mit den eigenen Worten zu wiederholen, Unklares zu klären und Gedankengänge weiterzuführen. Unterbrechungen sind ein heikles Thema, da sie das Gesprächsthema negativ beeinflussen können. Am geschicktesten ist das Nachhaken, denn Unterbrechungen werden am besten akzeptiert, wenn sie als Verständnisfrage daherkommen. Schließlich untermauern Sie als Interviewer so Ihr Interesse an den Botschaften den Interviewten.

4. Nutzen Sie die Kraft antizyklischer Fragen

Ihr Gesprächspartner schweift vom Thema ab, verliert sich in Fachbegriffen oder ist sehr kurz angebunden? Kontern Sie ein solch unerwünschtes Interviewverhalten mit antizyklischen Fragen. Stellen Sie bewusst ausschweifend formulierte Fragen, wenn Ihr Interviewpartner sehr kurz angebunden ist. Redet er hingegen zu viel, stellen Sie Ihre Fragen kurz und knapp. Bei endlosen Monologen zu einem Thema wirkt ein eingestreutes „Und was ist Ihrer Ansicht nach der Hauptgrund?“ Wunder. Verliert sich Ihr Gegenüber in Fachbegriffen, benutzen Sie bewusst eine einfache Sprache und holen Sie ihn so zurück in die verständliche Alltagswelt.

5. Seien Sie kein Langweiler

Klingt banal, doch für ein erfolgreiches Interview ist es von entscheidender Bedeutung: Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Gesprächspartner nicht langweilt. Aktives Zuhören ist (Tipp Nr. 3) ist ein guter Anfang. Doch nicht zu langweilen bedeutet auch, Ihrem Gesprächspartner die Interviewfragen nach Möglichkeit nicht vorab zukommen zu lassen. In der Praxis wird dies fraglos oft gewünscht. Kluge Argumente und eine Kompromisslösung helfen aus dieser Bredouille: Schicken Sie Ihrem Gesprächspartner vorab die groben Themenkomplexe, nicht aber die konkreten Fragen und weisen Sie ihn darauf hin, dass da noch mehr kommt. Erklären Sie bei Bedarf, dass sich das Interesse der Leser mit vorformulierten Antwortphrasen nicht gewinnen lässt und das Interview vor Veröffentlichung ja auch noch autorisiert wird.

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