Tipps von Mitgründer Kai Oppel: Welche Besonderheiten Journalisten beim Themen-Tinder beachten sollten

„Ob Recherchezeit oder Schlagwörter: Bei Medienkontaktplattformen wird weniger gesucht als vielmehr thematisch vermittelt. Besonders bei Recherchen für Interviews, Features, Reportagen oder längeren Texte ist es sinnvoll, den Informationshorizont zusätzlich zu erweitern“, erklärt Kai Oppel, der als Co-Founder von Recherchescout lange Zeit journalistisch für die Deutsche Presse Agentur (dpa), die Financial Times Deutschland sowie diverse Regionalzeitungen tätig gewesen ist. Für 85% aller Anfragen kann Recherchescout passende Experten vermitteln. Wer die folgenden fünf Tipps beherzigt, hat noch bessere Chancen:

1. Neue Aspekte und Beispiele zulassen

Auf Plattformen wie Recherchescout zu recherchieren, heißt: Die gezielte Suche nach Daten und Zahlen eintauschen gegen neue und unbedachte Aspekte. Daher ist es empfehlenswert, Schlüsselbegriffe bei der Verschlagwortung der Frage nicht zu eng zu wählen. Wer beispielsweise zum Bereich „Digitalisierung“ recherchiert, sollte nicht nur diesen Themenbegriff wählen, sondern außerdem Branchen auswählen, aus denen er sich konkrete Fallbeispiele erhofft. „So kann der Journalist mit Experten ins Gespräch kommen, der er anders oft nur schwer hätte ausfindig machen können“, sagt Oppel.

2. Zeit einplanen, gleich zu Beginn der Recherche fragen

Suchbegriffe eingeben, Informationen finden: Da Matchingplattformen weder Datenbank noch Suchmaschine sind, funktioniert die Informationsbeschaffung zeitversetzt. „Die Plattformen stellen den Kontakt zu Experten her, die wiederum Informationen, Fotos, Daten oder Einsichten liefern können. Wenn es die Zeit zulässt, sollten recherchierende Journalisten daher das Zeitfenster für Antworten nicht zu knapp wählen“, rät Oppel und empfiehlt eine Antwortzeit von mehr als einem Tag. Ideal sind Zeitfenster von 3 Tagen und mehr. Tipp: Besonders wer ein zeitloses Stück recherchiert, sollte Plattformen gleich zu Beginn der Recherche einbeziehen. So kann der Journalist sein Thema von Anfang an nach möglichen weiteren interessanten Aspekten abklopfen.

3. Viele Kontaktmöglichkeiten zulassen

Wer als Journalist über Recherchescout nutzt, macht seine Fragen automatisiert Experten und Ansprechpartnern in Unternehmen, Universitäten, Verbänden und Vereinen zugänglich. Diese erhalten die Anfragen per E-Mail. „Wir empfehlen Journalisten, antwortetenden Gesprächspartnern möglichst viele Varianten zur Kontaktaufnahme anzubieten“, sagt Oppel. Immer wieder scheuen sich PR-Experten per Mail zu antworten, weil sie nicht genau wissen, ob ihre Expertise zum Thema passt oder welche Informationen der Journalist genau benötigt. Mit einem kurzen Telefonat lassen sich solche Fragen schnell aus dem Weg räumen. Dafür sollten Journalisten ihre Telefonnummer im Rahmen der Frage eingeben.

4. Vorwissen schildern

PR-Experten und Kommunikatoren fällt es leichter zu antworten, wenn sie den Rahmen der Recherche kennen. Der Journalist sollte neben den eigentlichen Fragen mit zwei bis drei Sätzen skizzieren, in welche Richtung sein Artikel gehen wird – und welches Vorwissen er hat. So kann der Sprecher abschätzen, ob er mit seinem Wissen wirklich etwas zur Recherche beitragen kann oder welcher Mitarbeiter in seinem Unternehmen eventuell der richtige Ansprechpartner wäre.

5. Details zum Medium verraten

Ob eine Frage von einem Journalisten für einen PR-Schaffenden interessant ist, hängt nicht nur vom Thema ab. Entscheidend ist für die PR-Seite auch, für welches Medium der Journalist recherchiert und welche Reichweite sich erreichen lässt. Im Zuge der Anfrage sollten Journalisten daher ihr Medium nennen, wofür es entsprechende Auswahlfelder gibt.

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