Daniel Neuen

Daniel Neuen: „Journalismus ist Handwerk“

Unsere Experten-Reihe zur aktuellen Medienlandschaft geht nach dem Auftakt mit Peter Turi und Frank Behrendt in die dritte Runde. Zu Wort kommt Daniel Neuen, Chefredakteur von PRREPORT.

Herr Neuen: FAZ oder SZ? Warum?

Die FAZ, obwohl und weil mir mancher Kommentar und Leitartikel ziemlich gegen den Strich geht. Darüber hinaus alles, was mir unter die Augen oder auf den Schreibtisch kommt. Gerne und oft auch die SZ.

Der Durchschnittsdeutsche glotzt jeden Tag 3,5 Stunden fern, hört 2 Stunden Radio, liest 40 Minuten Zeitung, surft 2 Stunden im Netz: Wie sehr sind Sie Durchschnitt?

Beruflich bedingt lese ich überdurchschnittlich viel und nutze auch Twitter als persönlichen Nachrichtenticker intensiv. Abends gerne ein Buch, als Still-Leser für mich selbst und vorher als Laut-Leser für meine Tochter. „Michel aus Lönneberga“ kann ich fast auswendig – gute Geschichten veralten nie. Da bleibt für Fernsehen nicht viel Zeit: eine Stunde, aber eher nebenbei. Radio dann wieder konzentrierter, aber nur 20 Minuten (die Sendung „Hintergrund“ vom Deutschlandfunk als Podcast).

Wenn Sie vor einer Abschlussklasse einer Journalistenschule stehen – von welcher wichtigen Erfahrung aus Ihrem Berufsleben erzählen Sie?

Für diese Frage fühle ich mich eigentlich zu jung. Aber: Journalismus ist Handwerk. Und dieses Handwerk lernt man am besten in der Praxis. Also schreibt, filmt, nehmt Podcasts auf, verinnerlicht die Mechanismen der sozialen Medien, experimentiert und schaut, was andere machen. Findet heraus, was Euch Spaß macht und was Ihr gut könnt. Und: Erzählt Geschichten über Menschen. Denn Menschen interessieren sich vor allem für Menschen.

Welche jüngsten Beispiele aus der Medienbranche machen Ihnen Mut?

Die vielen positiven Rückmeldungen, seitdem wir vor knapp zwei Jahren angefangen haben, den „PR Report“ neu zu machen.

Welche jüngsten Beispiele aus der Medienbranche machen Ihnen Angst?

Medien, die die Polarisierung innerhalb von Ländern und Gesellschaften befeuern, einerlei ob aus politischen oder kommerziellen Gründen.

Kurzvita:

Daniel Neuen, 1980 geboren, fand schon immer spannend, was Medien machen und wer was mit Medien macht. Der gebürtige Düsseldorfer lernte das journalistische Handwerk als Sport- und Lokalreporter bei der Boulevard-Zeitung „Express“. Seit mehr als zehn Jahren beobachtet er die Kommunikationsbranche.

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